April 2017

Top Thema:

Der Milchfluss: Ein Zusammenspiel von Hormonen, mütterlichen und kindlichen Reflexen

Die „Still-Zentrale“ sitzt im Gehirn, Hypothalamus und Hypophyse spielen eine zentrale Rolle bei Milchbildung und -fluss. Das Saugen wirkt bei der Mutter nerval auf den Hypothalamus, der die Hypophyse zur Ausschüttung von Prolaktin für die Milchbildung (Galaktopoese) und Oxytocin für den Milchspendereflex (Galaktokinese) anregt. Prolaktin stimuliert die Milchsynthese in den Alveolen und Oxytocin sorgt dafür, dass durch eine Muskelkontraktion der Myoepithelzellen die Milch von den Alveolen in die Milchkanäle gepresst wird.

Durch das Zusammenspiel von Stillverhalten der Mutter und Saugverhalten des Babys pendelt sich ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ein. Soweit die Theorie, aber in der Praxis unterliegt das Stillen vielen Einflussfaktoren. Soziodemographische und sozioökonomische Kriterien der Mutter spielen genauso eine Rolle, wie die anatomischen Verhältnisse der Brust, das eigene Körperverständnis, das Essverhalten, Nikotin und Alkohol.

 

Die Hebamme Eva Schrauth, Würzburg, spricht im nachfolgenden Interview über die Rolle des Vaters und andere begünstigende Faktoren für den Stillerfolg.

 

Welche Faktoren begünstigen oder behindern den Stillerfolg? Welche Ressourcen stehen Hebammen zur Verfügung?

Der Besuch eines Geburtsvorbereitungskurses und die Auswahl der Medien, die Stillinformationen liefern, beeinflussen das spätere Stillmanagement genauso wie die Planung von Elternzeit. An der Entscheidung für das initiale Stillen ist maßgeblich der Vater beteiligt. Das Bewusstsein, dass Stillen eine Fertigkeit ist, die erst erlernt und geübt werden muss, ist nur selten vorhanden. Die Stillende braucht vor allem am Anfang viel Unterstützung; leider fehlen oft die Vorbilder und das Verständnis in der eigenen Familie. Ist die Mutter durch den Haushalt und die Betreuung anderer Kinder stark belastet, wird sie kaum lange stillen können, insbesondere wenn der Vater keine Meinung zum Stillen hat und zusätzlich entzündliche Brusterkrankungen oder Stillprobleme auftreten.

Deshalb muss der Vater von der Hebamme in den Stillprozess integriert werden, damit er sowohl die Vorteile des Stillens für Mutter und Kind kennt, als auch Inhalte aus der Stillpraxis wie Stillpositionen und richtiges Anlegen. Dies gelingt, wenn Väter beim Vorgespräch und beim Hausbesuch im Wochenbett anwesend sind. Genauso bieten Geburtsvorbereitungs-kurse für Paare oder reine Väterkurse eine gute Möglichkeit, Väter vom Stillen zu überzeugen.

 

 

Welche Hormone steuern das Stillen?

Nach der Geburt (Wegfall der Placentahormone) steigt der Prolaktinspiegel an und führt zum initialen Milcheinschuss in den ersten Wochenbetttagen. Oxytocin kontrahiert die Myoepithelzellen der Brust beim Milchspendereflex. Dabei wird die Milch aus den Alveolen in den Milchgang gepresst. Auslöser dafür ist vor allem das Saugen des Kindes. Die Prolaktinsekretion folgt einem zirkardianen Rhythmus: der Hormonspiegel ist frühmorgens am höchsten, fällt im Laufe des Nachmittags ab und erreicht seinen Minimalwert am späten Abend, um dann in der zweiten Nachthälfte wieder anzusteigen. Säuglinge, die abends unruhig sind und häufig angelegt werden möchten, versuchen diesen abendlichen Prolaktinmangel zu kompensieren. Hebammen sollten Mütter darauf hinweisen, dass Babys mit diesem Verhalten der geringeren Milchbildung entgegensteuern. Es bedeutet nicht, dass das Kind an der Brust nicht satt wird und sie zu wenig Milch haben. Zusätzlich wird bei jedem Stillvorgang Prolaktin episodisch ausgeschüttet. Diese Prolaktinwellen erreichen ihren Maximalwert erst nach 15 Minuten ausdauerndem Saugen. Je öfter und ausgiebiger ein Kind also trinkt, desto mehr Prolaktin wird ausgeschüttet. Die hormonelle Steuerung der Milchbildung kann vor allem durch psychische und physische Belastungen massiv gestört werden.

 

Wie unterstützt Humana piùlatte plus das Stillen?

Piùlatte plus ist ein Präparat aus dem pflanzlichen Wirkstoff der Mariendistel. Dieses Extrakt ist an ein körperverwandtes Phospholipid gebunden. Dadurch kann der Darm die Wirkstoffe der Mariendistel leichter – als übliche pflanzliche Galagtogoga – aufnehmen und biologisch besser verfügbar machen. Das Mariendistelextrakt Silymarin steigert die Milchbildung indirekt, indem es versucht den körpereigenen Prolaktinspiegel im Serum zu unterstützen. Der Körper kann nach diesem Anschub die Milchbildung weiterhin selbst regulieren, was das Selbstvertrauen der Mütter stärkt. Das nach Mango schmeckende piùlatte plus sollte über eine Dauer von mindestens 14 Tagen idealerweise am Nachmittag eingenommen werden, wenn der Basalverlauf des Prolaktins absinkt.

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Was gibt's Neues?

 

 

Mehr Muttermilch – entspanntes Stillen: Humana piùlatte plus

Piùlatte plus ist ein Präparat aus dem pflanzlichen Wirkstoff der Mariendistel. Ihre pflanzlichen Extrakte sind jetzt als Lacta-Plus-Komplex in Humana piùlatte plus exklusiv in der Apotheke erhältlich. Haben Sie Fragen? Besuchen Sie uns auf einen der nächsten Kongresse (Veranstaltungskalender) oder im Internet unter www.experten.piulatte.de.

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Kurz und knapp.

Rückblick Hebammenveranstaltung Jena

Praxisnahe Vorträge wie alternatives „Management bei Beckenendlage“, „APGAR – Neues!“ oder „Update Säuglingskoliken“ und die vielen praktischen Workshops, z. B. zum Thema „Lachgas im Kreissaal“ oder zur „Akupunktur im Wochenbett“, sorgten auch in diesem Jahr für einen erfolgreichen Jenaer Hebammen- und Kinderpflegetag. Etwa 200 Pflegefachkräfte und Hebammen aus vielen regionalen Einrichtungen nutzten die Fortbildung am 25. Januar 2017 in Jena zum fachlichen Erfahrungsaustausch. Damit punktete das bewährte interdisziplinäre und praxisorientierte Fortbildungsformat bereits zum vierten Mal unter der gemeinsamen Leitung von Prof. Schleußner (Direktor Geburtshilfe), Gabriele Fischer (Leitende Hebamme) und Prof. Proquitté (Direktor Neonatologie) vom Universitätsklinikum Jena sowie Kerstin Bernsdorf von der Humana GmbH.

 

 

 

 

Jetzt vormerken: Der 5. Jenaer Hebammen- und Kinderpflegetag findet voraussichtlich am 24. Januar 2018 statt. 

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Schon gewusst?

Organmetaphern können in die Irre führen

Beschwerden und Symptome werden von Patienten häufig mithilfe von kulturspezifischen Organmetaphern beschrieben. „Das bricht mir das Herz.“ „Das schlägt mir auf den Magen.“ „Mir ist eine Laus über die Leber gelaufen.“ Dies sind nur einige Beispiele, die wir aus dem deutschen Sprachgebrauch kennen. Metaphern sind nicht wörtlich zu übersetzen, sondern im übertragenen Sinn, also bildhaft, gemeint. In Kombination mit Körperteilen (-organen) spricht man von Organmetaphern. Diese drücken bildliche Analogien zwischen den Körperteilen und dem Wohlbefinden aus, wobei die benannten Körperorgane nicht mit der Körperregion, die die Beschwerden verursachen, identisch ist. Je nach kulturellen Kontext sind sehr unterschiedliche Organmetaphern – mit völlig anderen und logisch nicht nachvollziehbaren Sinn – gebräuchlich und können die Anamnese, Diagnose und Beratung durch den Arzt sehr erschweren. In der türkischen Sprache deuten Sätze wie „mein Nabel fällt“ beispielsweise nicht auf einen Nabelbruch hin, sondern basieren auf der Vorstellung, dass Beschwerden deshalb auftreten, weil ein Organ nicht mehr an der richtigen Stelle sitzt und somit das Gleichgewicht im Körper aus dem Lot geraten ist. Ein anderes Beispiel ist auch die Organmetapher „meine Leber brennt“, über die im türkischen Sprachraum häufig ein Gefühl der starken Trauer ausgedrückt wird. Aufgrund der kulturspezifischen Prägung sind Organmetaphern von Patienten aus fremden Kulturen immer zu hinterfragen, um Fehlinterpretationen und Behandlungsfehler zu vermeiden. Dies ist heute im medizinischen Alltag ein relevantes Thema, denn der Anteil an Personen mit Migrationshintergrund in der deutschen Gesamtbevölkerung liegt laut Statistischem Bundesamt bei 19,7 %; bei Kindern unter 5 Jahren sind etwa ein Drittel betroffen.

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Statistiken rund ums Kind.

Immer mehr Väter beziehen Elterngeld

Die sogenannte Väterbeteiligung beim Elterngeld ist deutschlandweit zwischen dem zweiten Quartal 2008 und dem zweiten Quartal 2015 um 15,2 % gestiegen. Damit bezog laut dem Statistischen Bundesamt der Vater für mehr als jedes dritte Kind (35,7 %), das im zweiten Quartal 2015 geboren wurde, Elterngeld. Allerdings fällt die Väterbeteiligung je nach Bundesland sehr unterschiedlich aus: Spitzenreiter war im zweiten Quartal 2015 Sachsen mit 46,7 %, gefolgt von Bayern mit 43,4 % und Thüringen (42,7 %). Die geringste Beteiligung beim Elterngeld wiesen im gleichen Zeitraum die Bremer (27,3 %) und Saarländer Väter (24,5 %) auf. Die Mütterbeteiligung am Elterngeld lag während des gesamten Zeitraumes bei 95 bis 96 %.

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Humana Intern:

Noch Plätze frei: ANPI 2017

27. bis 28. April 2017 in Berlin
35. Jahrestagung des Arbeitskreises für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin Infos und Anmeldung unter www.anpi-online.de

Auch in diesem Jahr können Sie sich auf viele spannende Themen und engagierte Referenten freuen: Angeborene Fehlbildungen des Gefäßsystems, Neuro-psychiatrische Notfälle oder Sichtweisen der Welt- und Weisheitsreligionen auf die Intensivmedizin. Auf vielfachen Wunsch haben wir eine Sitzung rund um Stillen und Ernährung unter dem Vorsitz von Professor Dr. Michael Abou Dakn und PD Dr. Frank Jochum auf die Tagesordnung gesetzt. Hier kommen sowohl die Kolostrumgewinnung auf der Neonatologie als auch Besonderheiten bei Müttern mit Diabetes mellitus bis hin zu Ernährung bei Kurzdarmsyndrom zur Sprache. Mehr als 10 Workshops, beispielsweise Simulationstraining auf der pädiatrischen oder neonatologischen Intensivstation, Diagnostik mit Orbitalsonographie, Signale Frühgeborener erkennen oder Bindungsförderung auf der neonatologischen Intensivstation sorgen zudem für einen intensiven Bezug zur Praxis und den persönlichen Austausch. Melden Sie sich an, wir freuen uns auf Sie!

Bitte vormerken:

Wichtige Termine für Ihren Kalender.

ANPI 2017 

35. Jahrestagung des Arbeitskreises für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin

27. - 28. April 2017 | Berlin

www.anpi-online.de

27. Jahrestagung GKind Stuttgart

27. Fachtagung der Gesellschaft für Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen Deutschland

18. - 19. Mai 2017 | Stuttgart

www.gkind.de

GNPI Dresden
 

41. Jahrestagung der Gesellschaft Neonatologie+Päd. Intensivmedizin

08. - 10. Juni 2017 | Dresden
 

www.gnpi.de

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